Mittwoch, 1. Juni 2016

Und plötzlich war er da... Big Foots Story TEIL I

Big Foot 2016
Sind sie das nicht alle? Ganz besonders? Die Antwort ist ja. Aber die meisten von euch werden das kennen, dieses eine Gefühl zu einem Tier, ganz besonders, schwer in Worte zu fassen, warm und wie ein silberner Faden der zwei Seelen miteinander verbindet, für immer. Seelenhunde werden sie deshalb wohl genannt.  
Und ja, so war es bei uns auch. Ich erzähle euch jetzt unsere Geschichte bis zum heutigen Tag, roh, unbeschönigt und ehrlich. Die wenigsten kennen die ganze Geschichte, hatte ich doch oft Angst verurteilt zu werden. Das ist jetzt nicht mehr so, denn Dank Big Foot weiß ich heute wer ich bin und ich schäme mich dafür nicht mehr, denn es gibt keinen Grund.

WIE ALLES BEGANN
2012 nach meinem Abitur reiste ich in die Türkei um in einer Auffangstation für Straßenhunde zu arbeiten, das war schon mein Traum seit ich in der Jugendgruppe unseres Tierheims aktiv war. Circa 40 Hunde waren dort und alle fand ich sie toll, aber ich wollte keinen mit nach Hause nehmen, war die Zeit doch eigentlich so ungünstig. 
Morgens sahen wir oft große Pfotenspuren im Sand die zu keinem der Hunde die draußen frei liefen gehören konnten. Wir scherzten immer: "Guck mal, Big Foot war wieder da"...tja und so hatte er seinen Namen schon weg bevor es zu den Spuren ein Gesicht gab.
Und plötzlich war er da: Big Foot, Türkei 2012
An einem für türkische Verhältnisse kühlen Morgen als ich noch schlaftrunken die Hunde draußen fütterte , war er dann plötzlich da. Und er war gleich so richtig DA, voll präsent, eine Wahnsinnsausstrahlung, die Ruhe selbst und charmant wie eh und je, das gesamte Draußen-Rudel um sich geschart wie eine Ansammlung "Bewunderer". ;)
Big Foot mit einem Teil seines türkischen Rudels Chichi und Muffin, 2012 Türkei
Nicht wirklich gut genährt, zwei riesige Narben im Gesicht, direkt unter dem linken Auge und unkastriert, beschlossen wir ihn dann wenigstens mitzufüttern und dann kastrieren zu lassen. Uns war aber wichtig einen freien, wild aufgewachsenen Hund nicht einzusperren und ihm einen Lebensstil aufzuzwingen den er womöglich nicht will, nur weil man als Mensch der Meinung ist, ein Leben auf der Straße wäre nicht lebenswert. [Und um mal kurz abzuschweifen, in meiner Zeit im Auslandstierschutz bis heute habe ich einige Hunde gesehen, denen man damit alles andere als einen Gefallen getan hat sie 'einzusperren' und nach Deutschland zu schaffen; in ein Umfeld wo Dinge von ihnen abverlangt werden von denen sie bis dato noch nie etwas gesehen haben, wo alles was sie bisher in ihrem Leben gelernt haben plötzlich wertlos ist, sie plötzlich in allem eingeschränkt sind, sich nicht frei bewegen können und häufig misverstanden werden. Für viele Hunde ist es sicher toll, aber längst nicht für alle]

Also blieben die Türen stets offen, das Futter konnte draußen gefressen werden und einen Zaun gab es ja sowieso nicht. Er konnte also kommen und gehen wann er wollte. Aber er wollte nicht... Nach unserem Aufenthalt hörten wir dann, dass Big Foot bereits vorher schonmal die Station für ein-zwei Tage besucht hatte, aber immer wieder gegangen sei und sich lange hat nicht blicken lassen. 
Diesmal war es anders. Er ging nicht mehr, folgte mir auf Schritt und Tritt, und dieser Blick, immer dieser tiefe, wissende Blick mit dem Versprechen alles würde gut werden... Er hatte sein Lebensprojekt gefunden: mich...


Fortsetzung folgt...

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